Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften Hamburg

Information – Beratung – Vernetzung

Lange kann ich die Betreuung meiner Mutter zuhause nicht mehr übernehmen. Aber ein Heim kommt nicht in Frage. Gibt es in Hamburg auch Wohngemeinschaften für ältere Men­schen, die Pflege brauchen?“ So oder ähnlich lauten die Fragen, die Angehörige an die Ham­burger Koordinationsstelle richten. Wie kann es weitergehen, wenn die Betreuung daheim, selbst mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste nicht mehr möglich ist? Wenn, wie im Falle einer Demenzerkrankung eine rund um die Uhr-Versorgung notwendig ist?

Ein neue Wohnform, die in Hamburg zukünftig verstärkt ausgebaut wird, bieten Wohn-Pflege-Gemeinschaften, in denen – möglichst im vertrauten Stadtteil – sieben bis zehn ältere Menschen in einer familiären und wohnlichen Atmosphäre leben. Inzwischen gibt es fünf solcher Projekte, weitere Vorhaben sind in Planung. Neben dem privaten Wohnbereich bildet die Wohnküche das Herz der Gemeinschaft. Begleitet und unterstützt werden die Mitbewoh­ner von Pflegekräften ambulanter Dienste. Der gewohnte Alltag bestimmt das Leben: Ge­meinsam einkaufen, kochen, spazieren gehen oder einfach dabei sein, zuschauen, ausru­hen… je nach Bedürfnis, Wunsch und Möglichkeit können sich die Mitbewohner beteiligen oder in ihre Privatsphäre zurückziehen. Die Angehörigen spielen als Vertrauenspersonen und Interessenvertreter eine ganz zentrale Rolle, denn sie wählen gemeinsam einen Pflegedienst aus und sind für die Organisation der Wohngemeinschaft verantwortlich.

Damit die neuen Projekte bekannter werden, damit mehr Wohngemeinschaf­ten ent­stehen, fördert die Behörde für Soziales, Gesundheit und Verbraucher­schutz seit 2005 die Hambur­ger Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemein­schaften in der Trägerschaft der Stadtentwicklungsge­sellschaft Stattbau Hamburg.

Angehörige, die auf der Suche nach alternativen Wohn- und Betreuungsformen sind, Vereine und Institutionen, die Projekte aufbauen wollen, erhalten hier fachkundige Unterstützung. Eingebunden in das Netzwerk der Koordinationsstelle sind Initiatoren, Vermieter, Angehö­rige durch regelmä­ßigen Erfahrungsaustausch. Experten aus Architektur, Selbsthilfe, Pflege und Verwaltung ergänzen den Beratungsservice.

Die Koordinationsstelle vermittelt darüber hinaus freie Wohneinheiten in bestehenden bzw. im Aufbau befindlichen Wohn-Pflege-Gemeinschaften, bietet Workshops zu zentralen Frage­stellungen an und informiert regelmäßig in einem Newsletter über aktuelle Themen, Projekte und Veranstaltungen im norddeutschen Raum.

Hamburger Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemein­schaften
STATTBAU HAMBURG Stadtentwicklungsgesellschaft mbH
Sternstraße 106
20357 Hamburg

Telefon: 040/43 29 42 – 23
E-mail: koordinationsstelle@stattbau-hamburg.de
Internet: www.stattbau-hamburg.de

Ansprechpartner:
Ulrike Petersen und Mascha Stubenvoll

Gesamtkonzept der Hamburger Koordinationsstelle

Die Entwicklungsgeschichte innovativer Wohnformen ist in Hamburg eng mit der Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften verknüpft. Seit nunmehr sechs Jahren steht die Koordinationsstelle allen Bürgerinnen und Bürgern und Institutionen dieser Stadt, die sich für neue Wohnkonzepte interessieren, zur Verfügung. Mittlerweile haben andere Bundesländer nachgezogen und Fachstellen eingerichtet, die ähnlich wie die Koordinationsstelle in Hamburg den Entwicklungsprozess neuer Wohn- und Versorgungsformen befördern.

Vor dem Hintergrund der mehrjährigen Erfahrungen wird im Gesamtkonzept das Selbstverständnis und das Organisations- und Tätigkeitsprofil der Koordinationsstelle beschrieben und die Leitgedanken, zentralen Handlungsfelder und Zukunftsaufgaben zusammengefügt.

Die Broschüre richtet sich an privat und beruflich interessierte Personen, an Vertreter aus Planung, Politik und Dienstleistung, die sich über die Arbeit der Koordinationsstelle und den aktuellen Stand der Projektentwicklung informieren möchten.