WG-Qualität in HH

Bausteine der Qualitätsentwicklung in ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Hamburg

Baustein 1: Die Koordinationsstelle für Wohn- Pflege- Gemeinschaften
Die Hamburger Koordinationsstelle bietet unter dem Dach der Stattbau Hamburg Beratung und Unterstützung beim Aufbau von Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Senioren an und vermittelt freie Wohnplätze in Hamburg. Das Angebot richtet sich an Demenz erkrankte Senioren und ihre Angehörigen, die eine Wohngemeinschaft gründen wollen oder einen Wohnplatz in einer geplanten oder bestehenden Wohngemeinschaft suchen. Ferner können sich Heimbetreiber, Pflegedienste und Wohnungsanbieter über die Planung, die konzeptionellen Anforderungen und über die Betreuung und Pflege in Wohngemeinschaften informieren. Die beiden dort tätigen Mitarbeiter arbeiten eng mit sog. Netzwerkern zusammen. Dabei handelt es sich um benannte Fachleute aus Behörden oder von Freien Trägern, deren Fachwissen für die Thematik erforderlich ist (Pflege, Bau etc.). Im Rahmen ihrer Regelaufgaben unterstützen sie die Mitarbeiter der Koordinationsstelle (Anlage) und beteiligen sich bei Bedarf auch an der Durchführung von Fortbildungen und Informationsveranstaltungen (z.B. für Pflegedienste).

Baustein 2: Informationsmaterial, Qualitätsempfehlungen und Leitfaden für Angehörige
Die Stadt Hamburg hat verbindliche Vorgaben für die Organisation, für die Finanzierung und für den Brandschutz erarbeitet. Diese werden zusammen mit fachlichen Empfehlungen zum Bau und zum Einsatz von Personal im Mai 07 veröffentlicht. Ferner wird im Juni 07 ein Leitfaden speziell für Angehörige herausgegeben, der in verständlicher Sprache den Aufbau, die Organisation und die Finanzierung von ambulanten Wohngemeinschaften beschreibt.

Baustein 3: Multiplikatorenschulung
Ab Juli 07 wird ein Träger die Auswahl, Schulung und Begleitung von geeigneten ehrenamtlichen Personen übernehmen, die Angehörige beim Aufbau einer Wohngemeinschaft unterstützen und die auch später bei Bedarf z.B. in Konfliktsituationen zur Verfügung stehen. Die sog. Multiplikatorenschulung wird von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz gefördert.

Baustein 4: Angehörigenstammtische
Die Koordinationsstelle führt in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Hamburg seit April 07 regelmäßig Angehörigenstammtische durch. Die Stammtische sollen Angehörigen aus Wohngemeinschaften die Möglichkeit bieten, sich wohngruppenübergreifend auszutauschen und Informationen für ihre Aufgabe erhalten.

Mit den genannten Instrumenten bietet sich die Möglichkeit, außerhalb des Heimgesetzes ein Informations- und Beteiligungsnetz mit einem hohen Maß an „sozialer Aufmerksamkeit“ in der Stadt zu entwickeln. Die Wohnbörse wird beispielsweise nur Wohnplätze von Initiatoren vermitteln, die sich im Rahmen einer Selbstverpflichtung bereit erklären, nach den Hamburger Qualitätsempfehlungen zu arbeiten. Durch die Angehörigenstammtische und die Begleitung durch Multiplikatoren werden relevante Wohngemeinschaftsthemen bearbeitet und können durch Informationsveranstaltungen oder andere geeignete Angebote der Koordinationsstelle bzw. des Schulungsträgers ergänzt werden.